Kellersworld Blog
02.09.2026: Von Ulm nach Basel, Höhenmeter, Gewitter und 113 Kilometer in einem Tag bis ins Heimatland 🇨🇭
Nach unserer Zeit in Ulm hieß es für uns wieder: Fahrräder packen und weiter. Unser nächstes großes Ziel war Basel und damit die Schweiz, unser Heimatland.
Wir wussten zwar, dass es Richtung Basel gehen sollte, aber einen festen Zeitplan hatten wir nicht. Wir ließen es einfach auf uns zukommen und schauten von Tag zu Tag, wie weit wir kommen.
Zuerst ging es noch ein Stück auf dem Donauradweg entlang, bevor wir später dem Rhein folgten.
Tag 1 – Erst trocken, dann kam das Gewitter
Der erste Tag begann eigentlich ganz entspannt und wir konnten unsere Fahrt bei trockenem Wetter starten.
Doch gegen Mittag änderte sich das Wetter schlagartig. Ein kräftiges Gewitter zog auf und innerhalb kurzer Zeit ging es richtig los. Es regnete so stark und gleichzeitig wehte ein heftiger Wind, so dass wir trotz Regenjacken komplett nass wurden. Der Regen kam mit solcher Wucht herunter, dass er auf der Haut richtig gepickt hat. So beschlossen wir, bei einer Tankstelle Schutz zu suchen. Dort angekommen, waren wir bereits völlig durchnässt. Zum Glück durften wir uns im Shop unterstellen und bekamen sogar einen Kaffee spendiert. Für einen Moment konnten wir uns aufwärmen und dem Gewitter zuschauen, wie es draußen tobte. Genau solche kleinen Begegnungen bleiben einem auf einer langen Fahrradtour besonders in Erinnerung.
Als das Gewitter weitergezogen war, fuhren wir weiter. Wir haben dann noch frische und vorallem trockene Socken angezogen, der Rest trocknet von selber.
Am Abend kamen wir in Riedlingen an und übernachteten dort auf einem Campingplatz. Nach diesem ziemlich nassen Tag erwartete uns dort eine richtig angenehme Überraschung. Der Campingplatz hatte einen überdachten Gartensitzplatz. Wir konnten dort den ganzen Abend gemütlich sitzen, essen, uns erholen und vor allem waren wir vor dem Regen geschützt.
Auf dem Campingplatz hatte es noch andere Radreisende, wir haben uns sehr gut mit ihnen unterhalten und einen gemütlichen Abend zusammen verbracht.
Tag 2 – Eine unerwartete Begegnung
Heute scheint wieder die Sonne und es ist warm. So konnten wir am Morgen zuerst mal, auf dem Parkplatz von Penny Market, unsere nassen Sachen von gestern trocknen. Am zweiten Tag ging es weiter Richtung Süden. Also eigentlich gesagt Hügel hoch Hügel runter. Baden-Württemberg ist ganz schön hügelig. Aber sehr schön und sehr ländlich. Unser Weg führte uns immer näher an Steißlingen heran. Am Abend suchten wir uns etwas vor Steißlingen einen Platz zum Übernachten und stellten unser Zelt bei einer Waldhütte auf. Während wir dort unser Lager eingerichtet hatten, schrieb ich mit einer Kollegin von der Arbeit. Und dann stellte sich heraus, dass sie rein zufällig nur etwa sechs Kilometer von uns entfernt war, sie war gerade bei Verwandten zu Besuch.
Da wir ja nun wirklich nicht jeden Tag zufällig Kollegen auf unserer Fahrradreise treffen, schickte ich ihr kurzerhand unseren Standort.
Und tatsächlich, Renata und Thomas kamen spontan vorbei. So wurde aus einem ganz normalen Abend irgendwo bei einer Waldhütte plötzlich ein kleines spontanes Treffen mit einer Kollegin.
Es sind genau diese Zufälle, die eine lange Reise so besonders machen. Man fährt wochenlang durch verschiedene Länder und Landschaften und dann steht plötzlich jemand aus dem eigenen Arbeitsalltag vor dem Zelt.
Tag 3 – Die spontane Entscheidung
Am dritten Tag waren wir inzwischen in Steißlingen angekommen. Und nach den vielen Höhenmetern von den beiden letzten Tagen wurde es wieder flacher. Eigentlich hätten wir die Strecke ganz entspannt weiterfahren und noch irgendwo übernachten können.
Doch dann kam die spontane Idee. Warum eigentlich nicht einfach bis Basel durchfahren? Und plötzlich standen 113 Kilometer auf dem Programm. Nicht geplant, nicht vorbereitet, einfach spontan beschlossen. Mit jedem Kilometer rückte Basel näher. Und dann war es tatsächlich geschafft. 113 Kilometer später standen wir in Basel. Wieder in der Schweiz 🇨🇭. Nach fünf Monaten hat sich der Kreis geschlossen.
Nach so vielen Wochen unterwegs und all den Ländern, die wir mit unseren Fahrrädern durchquert haben, war es ein ganz besonderes Gefühl, wieder in der Schweiz bei der Familie anzukommen.
156 Reisetage
8047 km gefahren
40047 Höhenmeter
507 Stunden und 27 Minuten auf dem Fahrrad
3 Reifenplatten
1 Speichenbruch
Hier machen wir jetzt einige Tage Pause, geniessen die Zeit mit der Familie und planen unsere Weiterreise.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
27.08.2026 Von Prag nach Ulm – durch Böhmen und Bayern 🚲🇨🇿🇩🇪
Nach unseren Tagen in Prag ging es für uns wieder weiter – mit unseren Fahrrädern Richtung Deutschland. Unser Ziel: Ulm. Insgesamt waren wir 7,5 Tage unterwegs und legten dabei jeden Kilometer aus eigener Kraft zurück.
Unsere letzten zwei Tage durch die Tschechische Republik hatten es ordentlich in sich. Viele Höhenmeter, lange Anstiege und anspruchsvolle Strecken machten uns das Vorankommen nicht gerade leicht. Auch der obere Teil von Bayern überraschte uns mit einigen knackigen Anstiegen. Doch ab Regensburg wurde es deutlich angenehmer: Die Landschaft wurde flacher und wir konnten wieder etwas entspannter Kilometer sammeln.
Das Wetter zeigte sich wechselhaft. Mal strahlte die Sonne, kurz darauf kam wieder Regen. Und auch der Wind hat uns wieder gefunden, obwohl wir ihn eigentlich nicht eingeladen haben. Oft hatten wir Gegenwind.
Über die Grenze bei Furth im Wald 🇨🇿➡️🇩🇪
Ein besonderer Moment unserer Fahrt war für uns der Grenzübergang bei Furth im Wald. Hier überquerten wir die Grenze von Tschechien nach Deutschland – eigentlich heute etwas völlig Unspektakuläres. Kein Grenzposten, keine Kontrollen, einfach mit dem Fahrrad über die grüne Grenze und weiter.
Wenn man sich aber bewusst macht, was diese Grenze noch vor wenigen Jahrzehnten bedeutet hat, bekommt der Moment eine ganz andere Bedeutung.
Während des Kalten Krieges verlief hier der Eiserne Vorhang zwischen der Tschechoslowakei und der Bundesrepublik Deutschland. Der Grenzübergang Furth im Wald–Folmava war nach dem Krieg zunächst geschlossen und wurde erst 1964 wieder geöffnet. Damals war die Grenze noch streng kontrolliert und der Übergang nur unter entsprechenden Visa-Bestimmungen möglich. Erst 1990 wurden die Grenzsperren auf tschechoslowakischer Seite abgebaut.
Für uns ist es irgendwie beeindruckend, heute mit unseren voll bepackten Fahrrädern einfach über diese Grenze fahren zu können. Wir kommen aus Tschechien, fahren nach Bayern und merken eigentlich kaum, dass wir gerade eine ehemalige Grenze des Eisernen Vorhangs überqueren.
Gerade auf einer Reise mit dem Fahrrad bekommt man ein andere Gefühl für solche Grenzen.
Regensburg – eine kleine Pause
Nach den anstrengenden ersten Tagen erreichten wir Regensburg. Nach all den Höhenmetern tat es richtig gut, einmal für einen halben Tag die Fahrräder stehen zu lassen und die Stadt zu Fuß zu erkunden. Wir übernachteten dort in einem kleinen Hotel mitten in der Altstadt.
Regensburg hat uns dabei wirklich überrascht. Die historische Altstadt mit ihren engen Gassen, den alten Häusern und den vielen kleinen Plätzen ist sehr schön. Besonders beeindruckend fanden wir die Steinerne Brücke, die seit Jahrhunderten die Donau überspannt. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt und die Donau.
Unser halber Tag in Regensburg war zwar nicht besonders lang, aber genau das hat ihn für uns perfekt gemacht: ein bisschen herumspazieren, etwas essen, die Stadt anschauen. Danach ging es wieder weiter Richtung Ulm.
Camping – und eine ganz besondere Nacht
Auf unserer Strecke übernachteten wir meistens ganz unkompliziert und frei in unserem Zelt. Einmal verschlug es uns allerdings in eine Jugendherberge – und dahinter steckt eine Geschichte, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Eigentlich wollten wir an diesem Abend auf einem Campingplatz übernachten, da wir eine Dusche brauchten. Doch das Wetter wurde immer schlechter und starker Regen war angekündigt. Der Besitzer des Campingplatzes schickte uns kurzerhand zur Jugendherberge und rief dort sogar an, um zu fragen, ob man uns noch unterbringen könne.
Die Leiterin der Jugendherberge war zu diesem Zeitpunkt bereits zu Hause. Trotzdem kam sie extra noch einmal zurück, um uns ein Zimmer zu geben. Was für eine nette Geste.
Der Donauradweg – plötzlich sind wir nicht mehr allein
Ein Teil unserer Strecke führte uns schließlich entlang der Donau. Auf dem Donauradweg konnten wir die Landschaft ganz anders genießen.
Was uns dabei besonders aufgefallen ist: Der Donauradweg ist unglaublich stark von Radfahrern frequentiert. Wir sind es überhaupt nicht mehr gewohnt, so viele Fahrräder zu sehen und vor allem soviel Bikepacker zu treffen. Nach den eher einsamen Strecken durchs Baltikum, Polen und Tschechien fühlte es sich auf dem Donauradweg beinahe so an, als wären wir auf einmal Teil einer riesigen Fahrradreise-Gemeinschaft.
Es war schön zu sehen, wie viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind und ihre Reise genauso langsam und intensiv erleben wie wir.
Begegnung mit Pascal
Eine der besonderen Begegnungen auf dieser Etappe hatten wir unterwegs mit Pascal aus Brandenburg. Er ist zu Fuß unterwegs und zieht dabei einen Anhänger hinter sich her. Sein Ziel: Von Brandenburg bis nach Wien und anschließend noch weiter. Als wir uns mit ihm unterhielten, merkten wir schnell, wie beeindruckend dieses Vorhaben ist. Doch plötzlich waren nicht mehr nur wir drei miteinander im Gespräch. Eine ganze Traube Menschen hatte sich um uns versammelt und beobachtete interessiert unsere Unterhaltung. Für einen Moment wurden wir drei Reisenden zur kleinen Attraktion am Wegesrand.
Solche Begegnungen sind es, die unsere Reise immer wieder besonders machen. Jeder ist auf seine eigene Art unterwegs, aber irgendwie verbindet uns alle das gleiche Gefühl: einfach loszugehen oder loszufahren und zu sehen, wohin der Weg führt.
Bayern überrascht uns
Was uns in Bayern besonders aufgefallen ist, sind die Menschen. Wir wurden noch nie auf unserer Reise so oft angesprochen wie hier. Immer wieder kamen Leute mit uns ins Gespräch, interessierten sich für unsere Fahrräder und wollten wissen, woher wir kommen und wohin wir fahren. Diese Offenheit und Freundlichkeit hat uns wirklich überrascht.
Ankunft in Ulm
Nach 7,5 Tagen erreichten wir schließlich Ulm. Hier bleiben wir jetzt 2 Tage, erholen uns, erledigen verschiedene Sachen und waschen natürlich wieder unsere Kleider…. Und schauen uns Ulm an.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
18.08.2026 Von Brochów 🇵🇱 nach Prag 🇨🇿
Nach der Pause in Brochów ging es für uns wieder weiter. Unser nächstes großes Ziel: Prag und damit das 14. Land auf unserer Reise: Tschechien
Die momentan sehr hohen Temperaturen machen uns allerdings ordentlich zu schaffen. Das Radfahren wird dadurch deutlich anstrengender und wir legen deshalb inzwischen häufiger Pausen ein. Vor allem genügend Wasser ist bei diesen Temperaturen extrem wichtig. Wir müssen unterwegs immer wieder Wasser nachkaufen, damit unsere Vorräte nicht ausgehen.
Was uns auf der Fahrt ebenfalls immer wieder aufgefallen ist: Je weiter wir nach Süden kommen, desto trockener wird die Natur. Die Wiesen, die anfangs noch grün waren, sind inzwischen teilweise komplett braun und vertrocknet. Auch auf den Feldern sieht man die Auswirkungen der Hitze und Trockenheit deutlich. Viel Gemüse ist vertrocknet und liegt am Boden.
Noch in Polen übernachteten wir auf einem kleinen, privaten Campingplatz. Für die Nacht war Regen angekündigt. Die Besitzerin des Campingplatzes war unglaublich freundlich und bot uns von sich aus einen Wohnwagen zum Übernachten an. Für uns war das natürlich perfekt! So kam es, dass wir zum ersten Mal in einem Wohnwagen übernachten haben. Und wir mussten uns keine Gedanken darüber machen, ob wir am Morgen ein nasses Zelt abbauen müssen. Solche Begegnungen und die Hilfsbereitschaft der Menschen unterwegs sind es, die unsere Reise immer wieder besonders machen.
Auf dem Weg Richtung Tschechien machten wir in Breslau (Wrocław) zwei Tage Pause. Nach den vielen Kilometern und den Hitzetagen tat uns diese Auszeit richtig gut. Wir konnten uns etwas erholen und einfach einmal die Beine hochlegen. Breslau hat uns dabei richtig gut gefallen. Die Stadt ist sauber, schön und angenehm überschaubar. Besonders begeistert haben uns die vielen kleinen Metallzwerge, die überall in der Stadt verteilt sind. Natürlich konnten wir nicht einfach an ihnen vorbeigehen. Jeden Zwerg, den wir entdeckt haben, mussten wir fotografieren. So wurde unser Spaziergang durch Breslau fast zu einer kleinen Schatzsuche nach Zwergen. Und dann haben wir nach ein kleines Burgerrestaurant entdeckt und dort den besten Burger ever gegessen.
Und dann ging’s weiter. Je näher wir der tschechischen Grenze kamen, desto mehr änderte sich auch die Landschaft und es wurde hügliger. Doch der Grenzübertritt nach Tschechien hatte es noch einmal richtig in sich. Die letzten zehn Kilometer vor der Grenze waren extrem anstrengend. Der Weg führte über einen kleinen Pass, er wurde immer steiler und bestand größtenteils aus losem Gestein. Mit unseren voll beladenen Fahrrädern war an normales Fahren irgendwann überhaupt nicht mehr zu denken. Wir mussten die Fahrräder schieben – teilweise sogar zu zweit ein Fahrrad, weil es alleine zu streng war.
Die Hitze machte die ganze Situation noch anstrengender. Als wir endlich oben angekommen waren, waren wir völlig erschöpft. Wir hatten uns den Grenzübertritt nach Tschechien definitiv anders vorgestellt. Doch dann kam die Belohnung: Auf der tschechischen Seite war der Weg plötzlich asphaltiert. Endlich konnten wir wieder auf die Fahrräder steigen und ins Tal hinunterrollen. Im ersten Dorf auf der tschechischen Seite suchten wir uns eine einfache Pension. Nach diesem anstrengenden Tag wollten wir eigentlich nur noch eines: eine Dusche! Die einfache Unterkunft war für uns daher genau richtig. Nach einer erfrischenden Dusche konnten wir endlich wieder etwas durchatmen und uns von den Strapazen erholen.
Am zweiten Tag in Tschechien warteten allerdings schon die nächsten Höhenmeter auf uns. Wieder ging es ordentlich bergauf und unsere Beine mussten einiges leisten. Die Kombination aus Hitze und Steigungen machte die Etappe erneut ziemlich anstrengend. Also hieß es wieder: langsam fahren, Pausen machen, Schatten suchen, viel trinken.
Trotz der Hitze und der anstrengenden Steigungen kamen wir gut voran. Und irgendwann war es dann soweit. Wir waren in Prag.
Nach den anstrengenden Tagen tat es richtig gut, endlich in der Stadt anzukommen. Hinter uns lagen nicht nur viele Kilometer, sondern auch einige heftige Anstiege, schwierige Wege, Schiebepassagen und jede Menge Schweiß.
Wir bleiben jetzt einige Tage in Prag, erholen uns, waschen unsere Wäsche, erledigen einige Dinge und planen unsere weitere Reise.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
05.08.2026: 🇵🇱 Polen – Land Nummer 13, Wisente und jede Menge Sand
Mit dem Grenzübertritt nach Polen haben wir bereits das 13. Land auf unserer Bikepacking-Reise erreicht. Ein weiterer Meilenstein, der uns zeigt, wie viele unvergessliche Erlebnisse bereits hinter uns liegen – und wie viele noch auf uns warten.
Nach sechs Tagen auf polnischen Straßen haben wir Brochów erreicht. Seit unserer Abfahrt in Marijampolė führte uns die Route durch abwechslungsreiche Landschaften mit weiten Feldern, kleinen Dörfern und vielen ruhigen Nebenstraßen. Polen hat uns mit den überraschend guten Bedingungen zum Radfahren positiv überrascht.
Der Grenzübertritt von Litauen nach Polen begann zunächst vielversprechend. Die letzten Kilometer in Litauen konnten wir auf einem hervorragend ausgebauten Fahrradweg direkt neben der Autobahn zurücklegen. Doch kurz vor der Grenze war plötzlich Schluss: Der asphaltierte Radweg endete abrupt und die letzten drei Kilometer führten über einen tiefen, sandigen Waldweg. Mit unseren voll beladenen Fahrrädern war an Fahren kaum zu denken – also hieß es einmal mehr schieben.
Obwohl wir innerhalb des Schengen-Raums unterwegs sind und eine sogenannte „grüne Grenze“ überquerten, wurden wir dort zum ersten Mal auf unserer gesamten Reise kontrolliert. Die Kontrolle verlief freundlich und unkompliziert, trotzdem war es ein unerwarteter Moment.
Um den stärker befahrenen Hauptstraßen auszuweichen, entschieden wir uns immer wieder für Wege durch die Wälder. Diese Abschnitte waren landschaftlich wunderschön und angenehm ruhig, stellten uns aber auch vor Herausforderungen. Die sandigen Waldwege waren mit unseren voll bepackten Fahrrädern oft nur schwer zu befahren. Mehr als einmal mussten wir absteigen und unsere Räder einige Meter durch den tiefen Sand schieben.
Ein Erlebnis werden wir wohl so schnell nicht vergessen: Mitten im Wald endete der Weg plötzlich in einem kniehohen Wasserloch. Ein Zurück kam für uns nicht infrage. Also zogen wir Schuhe und Strümpfe aus und schoben unsere Fahrräder vorsichtig durch das Wasser. So unerwartet das Hindernis auch war – die kleine Abkühlung tat an diesem warmen Tag richtig gut und sorgte für einen unvergesslichen Moment unserer Reise.
Ein weiteres Highlight war unsere Fahrt durch einen Nationalpark. Dort machten wir an einem Picknickplatz Mittagspause, als wir plötzlich ein tiefes Brummen aus dem Wald hörten, das wir zunächst überhaupt nicht einordnen konnten. Wenige Augenblicke später trat eine kleine Wisentherde aus dem Wald. Diese mächtigen Tiere plötzlich aus nächster Nähe zu sehen, war beeindruckend und gleichzeitig auch etwas unheimlich. Für einen Moment wussten wir nicht so recht, wie wir uns verhalten sollten. Zum Glück blieben die Tiere ruhig und zogen langsam an uns vorbei. Diese unerwartete Begegnung mit Europas größten Landsäugetieren war definitiv eines der eindrücklichsten Erlebnisse unserer bisherigen Reise.
Zum ersten Mal auf unserer Tour wurden wir auch von richtig sommerlichen Temperaturen begleitet. Nach den eher kühlen Wochen im Norden Europas fühlte sich die Wärme zunächst ungewohnt an. Mit bis zu 38 °C wurde jede Etappe deutlich anstrengender. Trotzdem genossen wir es, endlich echtes Sommerwetter auf unserer Reise zu erleben.
Obwohl wir kein Polnisch sprechen und eine Unterhaltung deshalb oft nur mit Händen und Füßen möglich ist, werden wir überall herzlich empfangen. Viele Menschen winken uns zu, zeigen den Daumen nach oben oder hupen freundlich, wenn sie an uns vorbeifahren. Und selbst wenn die Sprache eine Hürde ist, geben sich die Menschen große Mühe, uns weiterzuhelfen. Diese Offenheit und Hilfsbereitschaft haben unseren ersten Eindruck von Polen geprägt und machen das Reisen hier besonders angenehm.
Übernachtet haben wir während dieser Etappe jeweils auf Campingplätzen. Da Wildcampen in Polen grundsätzlich nicht erlaubt ist, war das für uns die beste und entspannteste Lösung. Die Campingplätze waren sauber und boten alles, was wir nach einem langen Tag im Sattel brauchten.
In Brochów haben wir uns wegen den heissen Temperaturen spontan für einen Ruhetag entschieden. Wir genießen einen entspannten Tag auf einem Campingplatz direkt am Fluss und kühlen uns zwischendurch im Wasser ab. Und wir durften sogar unsere Wäsche hier waschen.
Polen hat uns schon in den ersten Tagen mit seiner abwechslungsreichen Natur, den herzlichen Menschen und den vielen kleinen Abenteuern begeistert.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
29.07.2026 Von Pärnu nach Marijampolė – Wenn der Weg das Abenteuer schreibt
Nach ein paar erholsamen Tagen in Pärnu hiess es für uns wieder: Fahrräder beladen und los geht’s. Die nächste Etappe führte uns Richtung Süden – mit gleich zwei neuen Ländern auf unserer Bikepackingworldtour.
Mit der Überquerung der Grenze erreichten wir Lettland, unser 11. bereistes Land. Die Freude war gross, hielt aber nicht lange an. Kaum waren wir im kleinen Küstenort Ainaži angekommen, wurden für die Region heftige Unwetter angekündigt.
Mit dem Fahrrad gegen Sturm und Gewitter anzukämpfen und vorallem draussen zu schlafen, macht weder Spass noch ist es besonders klug. Also passten wir unseren Plan an.
Kurzerhand fanden wir eine kleine Pension und machten aus einem Zwischenstopp einen Ruhetag. War nicht so geplant, aber ist nun mal so.
Als sich das Wetter endlich beruhigte, konnten wir unsere Reise nach Süden fortsetzen.
An diesem Abend fanden wir einen wunderschönen Campingspot, nämlich am Strand in den Dünen, mit einem wunderschönen Sonnenuntergang. Die Kilometer durch Lettland vergingen wie im Flug, und schon bald überquerten wir die nächste Grenze. Litauen – unser 12. Land auf dieser Reise!
Doch wir wollen ehrlich sein: Diese Etappe hatte es in sich. Seit Tagen begleitet uns immer wieder Regenschauer, kräftiger Gegenwind und viele Strassen sind in einem Zustand, der das Radfahren alles andere als angenehm macht. Schlaglöcher, aufgebrochener Asphalt und lange Abschnitte mit rauem losem Belag verlangen uns und unseren Fahrrädern einiges ab. Erschwerend kommt hinzu, dass leider nicht alle Autofahrer die nötige Rücksicht auf Velofahrer nehmen. Enge Überholmanöver und hohe Geschwindigkeiten sorgen immer wieder für unangenehme Momente. Zum Glück überwiegen aber auch die positiven Begegnungen – Menschen, die freundlich grüssen, neugierig nach unserer Reise fragen oder geduldig warten, bis sie sicher überholen können. Auch die Umgebung ist schön, grün und immer wieder einzelne Häuser oder kleine Dörfer.
Eigentlich hatten wir geplant, bei Kulautuva mit einer kleinen Fähre den Memel, den längsten Fluss Litauens, zu überqueren. Die Route versprach eine schöne und ruhige Weiterfahrt.
Doch als wir an der Anlegestelle ankamen, mussten wir feststellen, dass die Fähre an diesem Tag nicht verkehrte. Also blieb uns nichts anderes übrig, als die rund 15 Kilometer zurück nach Kaunas zu fahren und unsere Tour um zu planen. Solche Momente kosten zwar Zeit und Kraft, gehören auf einer langen Fahrradreise aber einfach dazu.
Kaum waren wir in Kaunas angekommen, zog erneut ein kurzes, aber heftiges Gewitter auf. Innerhalb weniger Minuten standen die Strassen unter Wasser. An eine Weiterfahrt war nicht mehr zu denken. Deshalb entschieden wir uns spontan für einen Campingplatz und eine warme Dusche.
Von Kaunas führte unsere Reise weiter nach Marijampolė, der siebtgrössten Stadt Litauens. Die Stadt wirkt auf den ersten Blick ruhig und eher unscheinbar, überrascht aber mit einer gepflegten Fussgängerzone, zahlreichen Kunstwerken im öffentlichen Raum und farbenfrohen StreetArt, die dem Stadtbild einen modernen Charakter verleihen.
Für uns war Marijampolė vor allem ein Ort zum Durchatmen. Nach den anstrengenden Tagen auf dem Rad tat es gut, einmal etwas zur Ruhe zu kommen, Vorräte aufzufüllen, Duschen, Kleider waschen und die Fahrräder für die nächsten Kilometer vorzubereiten. Gleichzeitig rückte mit jedem Kilometer unser nächstes Ziel näher: Polen.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
18.07.2026 Mit Bus, Nachtzug und Fähre nach Estland – Land Nummer 10 auf unserer Reise
Nach einer entspannten Nacht im Hostel in Honningsvåg ging unsere Reise am nächsten Morgen auf ungewohnte Weise weiter. Statt auf dem Fahrrad nahmen wir den Bus nach Karasjok. Dort verbrachten wir eine Nacht auf dem Campingplatz und konnten noch einmal die Ruhe des hohen Nordens genießen und uns ein bisschen von den Mücken 🦟 plagen lassen😊.
Am nächsten Tag stand die nächste Busetappe auf dem Programm – diesmal nach Rovaniemi, der Hauptstadt Lapplands. Auch dort übernachteten wir wieder in einem Hostel. Ein besonderes Highlight war das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen. Nach so langer Zeit mit meist einfachen Frühstücken unterwegs tat es richtig gut, einmal wieder ausgiebig und vielseitig zu frühstücken. Frisches Brot, Butter, Marmelade, Obst, Joghurt, Müsli und vielen weiteren Leckereien – wir haben das Buffet in vollen Zügen genossen und unsere Energiespeicher für die kommenden Reisetage wieder aufgefüllt.
Da unser Nachtzug nach Helsinki erst am Abend um 21.00 Uhr abfuhr, mussten wir uns noch etwas die Zeit vertreiben.
Also machten wir uns mit unseren vollbepackten Fahrrädern auf den Weg zum Santa Claus Village. Das kleine Weihnachtsdorf liegt direkt auf dem Polarkreis und versprüht das ganze Jahr über Weihnachtsstimmung. Zwischen Souvenirshops, dem offiziellen Postamt des Weihnachtsmanns, Elfen und Besuchern aus aller Welt herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Wunderschön, auch für uns, obwohl wir eigentlich eher Weihnachtsgrinchs sind. Natürlich durfte auch ein Foto am Polarkreis nicht fehlen – schließlich haben wir ihn auf unserer Reise bereits zum zweiten Mal überquert.
Am Abend stiegen wir schließlich in den Nachtzug nach Helsinki. Da wir Sitzplätze gebucht hatten, war an erholsamen Schlaf kaum zu denken. Entsprechend müde kamen wir am nächsten Morgen in Helsinki an und wechselten direkt auf die Fähre nach Tallinn.
Mit der Überfahrt nach Estland erreichten wir Land Nummer 10 unserer Bikepacking-Weltreise.
Die schlaflose Nacht machte sich inzwischen deutlich bemerkbar. Deshalb fuhren wir nach unserer Ankunft in Tallinn nur noch etwa zehn Kilometer, suchten uns einen Platz direkt am Strand und bauten unser Zelt auf. Mehr wollten wir an diesem Tag nicht – nur noch schlafen. Und das taten wir auch: 17 Stunden, mit einer kurzen Wachphase um etwas zu Essen, haben wir geschlafen.
Am nächsten Morgen fühlten wir uns endlich wieder fit und setzten unsere Reise auf den Fahrrädern fort. Zuerst entlang der Küste, dann durchs Landesinnere. Schliesslich erreichten wir Pärnu – die Sommerhauptstadt Estlands. Die charmante Küstenstadt hat uns sofort begeistert. Die wunderschöne Altstadt mit ihren bunten Häusern, gemütlichen Cafés und kleinen Gassen lädt zum Verweilen ein. Nach den anstrengenden Reisetagen tat es richtig gut, hier einige Tage zu entspannen und die besondere Atmosphäre zu genießen. Und Michael hat die Fahrräder revidiert. Und wir waren in einer Fahrradwerkstatt, wo wir neue Hörnchen und Griffe für unsere Fahrräder gekauft haben. Bei beiden Fahrräder sind nämlich die alten abgebrochen.
Wir sind gespannt, welche Abenteuer uns in Land Nummer 10 unserer Bikepacking-Weltreise noch erwarten.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
11.07.2026 Von Alta ans Nordkap –
238 Kilometer und 2320 Höhenmeter bis zum nördlichsten Punkt Europas
Nach drei intensiven Tagen im Sattel haben wir es geschafft: 238 Kilometer und 2.320 Höhenmeter von Alta bis ans Nordkap-beeindruckende Landschaften, große Herausforderungen und unvergessliche Begegnungen.
Schon beim Start in Alta war die Vorfreude riesig. Die Straßen führten durch die beeindruckende Landschaft Nordnorwegens – vorbei an Fjorden, kargen Hochebenen und immer wieder mit Blick auf das glitzernde Meer. Das Wetter zeigte sich typisch nordisch: mal Sonne, mal Wind, mal Regen und zwischendurch mussten wir uns auch gegen kühlere Temperaturen behaupten. Doch genau das macht das Abenteuer Bikepacking aus.
Schon kurz hinter Alta wartete eine schöne Überraschung auf uns: Wir trafen Laurent und Geneviève aus Kanada wieder. Die beiden sind ebenfalls auf Bikepacking-Weltreise. Kennengelernt hatten wir sie bereits einige Zeit zuvor in Schweden – und irgendwie schien es, als würden sich unsere Wege immer wieder kreuzen.
Unsere letzte Begegnung war schließlich kurz vor dem Nordkap. Wir waren bereits auf dem Rückweg, während Laurent und Geneviève noch die letzten Kilometer bis zum Nordkap vor sich hatten. Wir hielten kurz an, tauschten ein paar Worte aus, machten noch ein Selfie als Erinnerung, wünschten uns gegenseitig eine gute Weiterfahrt und verabschiedeten uns mit dem Gefühl, dass sich unsere Wege vielleicht irgendwo auf dieser Weltreise noch einmal kreuzen werden.
Die Anstiege hatten es teilweise in sich. Mit voll beladenen Rädern spürt man jeden Höhenmeter. Doch jede Abfahrt, jede Aussicht und jede kleine Pause am Straßenrand machten die Anstrengung wieder wett. Es ist einfach wunderschön hier, die raue Natur, die Rentiere am Strassenrand, die Küste, die Ruhe….
Eine der größten Herausforderungen der gesamten Strecke war der 7 Kilometer lange Nordkaptunnel. Er führt tief unter dem Meer hindurch und ist die einzige Verbindung zur Nordkapinsel. Schon die Einfahrt hatte es in sich: Zuerst ging es steil bergab, immer tiefer unter den Meeresspiegel. Was danach folgte, war noch härter – der lange, steile Anstieg zurück ans Tageslicht. Mit unseren voll beladenen Fahrrädern wurde jeder Meter zur Herausforderung. Dazu kamen die kalte, feuchte und stickige Luft im Tunnel. Als wir endlich wieder draußen waren, waren wir körperlich und mental völlig erschöpft.
Direkt hinter dem Tunnel steuerten wir den nächsten Rastplatz an. Unser einziger Gedanke war: hinsetzen, durchatmen und einfach kurz nichts tun.
Doch genau dort erlebten wir einen dieser besonderen Momente, die eine Reise unvergesslich machen. Jutta aus Bayern sprach uns an und fragte, ob wir einen Kaffee möchten. Aus einer Tasse Kaffee wurde eine kleine Rettungsaktion: Sie versorgte uns mit frischem Brot, Butter, Käse, Marmelade und Fleisch. Nach den kräftezehrenden Kilometern durch den Tunnel hätte diese Pause kaum besser kommen können. Es war nicht nur das Essen, das uns neue Energie schenkte, sondern vor allem ihre unglaubliche Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Solche Begegnungen erinnern uns immer wieder daran, wie viele wunderbare Menschen man auf einer Reise trifft. Danke Jutta 😍
Mit neuer Kraft machten wir uns auf die letzten Kilometer. Auf den letzten 30 Kilometern warteten gleich zwei knackige Anstiege mit jeweils rund 300 Höhenmetern auf uns. Nach den bereits gefahrenen Kilometern und dem kräftezehrenden Tunnel fühlten sich diese Anstiege endlos an. Jeder Tritt in die Pedale kostete Kraft doch Aufgeben war keine Option – das Ziel war zum Greifen nah.
Je höher wir kamen, desto dichter wurde der Nebel und der Wind wurde stärker. Teilweise konnten wir nur wenige Meter weit sehen.
Kurz nach 19 Uhr war es dann endlich so weit: Wir erreichten im dichten Nebel das Nordkap. Und als hätte die Natur auf uns gewartet, riss der dichte Nebel plötzlich auf. Für etwa 15 Minuten zeigte sich die Sonne und tauchte das Nordkap in ein wunderschönes Licht. Es war ein magischer Moment, den wir so schnell nicht vergessen werden.
Statt direkt wieder ins Tal zu fahren, verbrachten wir die Nacht am Nordkap. Unser Zelt trotzte Wind und Regen, während wir eingekuschelt darin lagen. Das Wetter hätte besser sein können – unsere Stimmung aber nicht. Wir waren einfach nur glücklich, stolz und dankbar. Stolz darauf, dass wir dieses Ziel aus eigener Kraft erreicht hatten. Glücklich über alles, was wir an diesen drei Tagen erlebt hatten. Und dankbar für jede Begegnung.
Am nächsten Mittag haben wir dann unserer Zelt zusammengepackt, sind nochmals auf die Plattform hoch und dann bei starkem Wind wieder ins Tal nach Honningsvåg gefahren… dort haben wir zuerst einen Döner mit Pommes gegessen und uns danach ins Hostel einquartiert. Wir wollten einfach nur duschen, ein warmes trockenes Plätzchen und schlafen.
238 Kilometer. 2.320 Höhenmeter. 3 Tage. Ein Tunnel unter dem Meer, zwei brutale Schlussanstiege, zufällige Wiedersehen mit Freunden aus Kanada, die Herzlichkeit von Jutta aus Bayern, ein kurzer Sonnenmoment am Nordkap, das Gefühl es aus eigener Kraft geschafft zu haben und eine stürmische Nacht im Zelt – Erinnerungen, die uns für immer begleiten werden.
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05.07.2026 Mit dem Fahrrad von Umeå nach Alta – Unterwegs Richtung Nordkap
Nach unserer Pause in Umeå, machten wir uns auf den nächsten großen Abschnitt unserer Bikepacking-Weltreise. Ziel: Nordkap
Diese Etappe brachte uns gleich durch zwei weitere Länder unserer Weltreise. Mit der Einreise nach Finnland erreichten wir Land Nummer 8, und nur wenige Tage später folgte mit Norwegen bereits Land Nummer 9. Es ist ein besonderes Gefühl, aus eigener Kraft Land für Land zu entdecken und dabei die Unterschiede in Landschaft, Kultur und Natur hautnah zu erleben.
Zunächst folgten wir der schwedischen Ostküste Richtung Norden. Die Straßen waren ruhig, die Wälder schienen kein Ende zu nehmen und immer wieder eröffneten sich wunderschöne Ausblicke auf Seen und die Küste. Und wir überquerten ausserdem den Polarkreis.
Über Pajala erreichten wir schließlich die finnische Grenze.
Unterwegs trafen wir immer wieder andere Bikepacker aus den unterschiedlichsten Ländern. Obwohl jeder sein eigenes Tempo fuhr, verband uns alle dasselbe Ziel: das Nordkap. Mal begegneten wir uns an einem Supermarkt, mal auf einem Campingplatz oder einfach am Straßenrand. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht, Routentipps gegeben und sich gegenseitig eine gute Weiterfahrt gewünscht.
Ein weiteres Highlight waren die Übernachtungen. Gleich zweimal konnten wir in wunderschön gelegenen Hütten schlafen, die von den jeweiligen Gemeinden kostenlos zur Verfügung gestellt sowie liebevoll gepflegt und unterhalten werden. Solche Angebote sind ein echtes Geschenk für Reisende.
Natürlich schauen wir auch immer wieder Fussballweltmeisterschaft, sei es auf dem Handy im Zelt oder auf dem Laptop an einer Sitzgelegenheit an einem Schlafplatz. Vorallem die Schweizermatches sind ein Muss😊🇨🇭
Eine Nacht verbrachten wir an einem kleinen Badestrand. Dort gab es sogar eine öffentliche Sauna. Zufällig übernachtete dort auch ein junger Finne, der genau wusste, wie man eine Sauna richtig einheizt. Er brachte sie auf die perfekte Temperatur und lud uns ein, sie danach ebenfalls zu nutzen.
Das absolute Highlight in Finnland waren jedoch die Rentiere. Anfangs freuten wir uns über jedes einzelne Tier am Straßenrand. Doch schon nach kurzer Zeit begegneten sie uns überall – auf Wiesen, im Wald und sogar mitten auf der Straße. Oft mussten wir abbremsen und geduldig warten, bis die Tiere ihren gemütlichen Spaziergang beendet hatten. Es war faszinierend zu erleben, wie selbstverständlich sie hier zum Alltag gehören.
Weniger begeistert waren wir allerdings von den unzähligen Mücken. Sie machten uns das Leben auf diesem Abschnitt der Reise wirklich schwer. Sobald wir für eine kurze Pause anhielten, wurden wir innerhalb weniger Sekunden von einem ganzen Schwarm belagert. Gemütlich die Landschaft genießen oder in Ruhe etwas essen? Meistens unmöglich. Auch die Suche nach einem Campingplatz wurde dadurch zur Herausforderung. Ein schönes Plätzchen in der Natur zu finden war das eine – eines ohne Mücken hingegen fast unmöglich. Oft blieb uns nichts anderes übrig, als das Zelt so schnell wie möglich aufzubauen und uns darin vor den kleinen Plagegeistern in Sicherheit zu bringen.
Über Leppäjärvi verließen wir Finnland wieder und überquerten die Grenze nach Norwegen. Schon kurz nach der Einreise veränderte sich die Landschaft erneut. Die sanften Wälder wichen einer raueren, bergigen Kulisse und wir spürten, dass wir uns dem hohen Norden näherten.
Schließlich erreichten wir Alta, eine der nördlichsten Städte der Welt.
Hier machen wir Pause, erholen uns, planen unsere Weiterreise, waschen unsere Kleider, usw….
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20.06.2026 Von Sundsvall nach Umeå – Weite, Wind und nordische Freiheit
Unsere nächste Etappe auf unserer Bikepacking-Weltreise führte uns weiter nach Norden – von Sundsvall nach Umeå.
Schon beim Start in Sundsvall lag diese besondere Ruhe in der Luft, die man nur im Norden findet.
Uns ist aber schnell aufgefallen, dass hier der Küste entlang deutlich mehr los ist. Mehr Verkehr, mehr Tourismus, dafür aber auch weniger einsame Gegenden, das heisst für uns vorallem mehr Einkaufsmöglichkeiten. Trotzdem ist die Gegend wunderschön.
Und dann war da noch die berühmt-berüchtigte E4, fast eine Autobahn. Zweimal mussten wir einige Kilometer auf dieser Strasse fahren. Kein schönes Erlebnis, aber die Alternative wäre Umwege und mehr Höhenmetern gewesen.
Unterwegs trafen wir immer wieder andere Bikepacker – und fast alle hatten dasselbe Ziel: das Nordkap. Es war ein besonderes Gefühl, Teil dieser stillen Gemeinschaft zu sein. Egal woher man kam, man verstand sich sofort. Wir tauschten Geschichten, Tipps und Routen aus, lachten zusammen und sprachen über verschiedene Schlafplätze. Diese Begegnungen machten die Etappe noch einmal auf eine ganz eigene Weise besonders.
Ein kleiner Höhepunkt war eine Nacht auf einem Rastplatz. Eigentlich hatten wir nur einen einfachen Platz zum Zelten erwartet – doch stattdessen fanden wir fast schon Luxus vor: einen Tisch mit Bank, eine Toilette und sogar fließendes Wasser. Nach Tagen in der Natur fühlte sich das wie ein kleines Upgrade an, und wir genossen diesen Komfort mehr, als wir es je für möglich gehalten hätten.
Eine andere Nacht hätte kaum gegensätzlicher sein können – und war gerade deshalb unvergesslich. Wir schlugen unser Zelt direkt am Strand auf. Vor uns das ruhige Meer, über uns der weite Himmel. Die Sonne ging langsam unter und tauchte alles in ein warmes, farbiges Licht. Und selbst als sie hinter dem Horizont verschwand, wurde es nie wirklich dunkel – es ist Mittsommer in Schweden und die Nächte bleiben hell.
Die Nächte verbrachten wir immer in der Natur. Dank des schwedischen Jedermannsrechts fanden wir immer wieder perfekte Plätze für unser Zelt – oft mit Blick aufs Wasser. Diese Freiheit, einfach anhalten zu können, wo es am schönsten ist, macht für uns den Kern dieser Reise aus.
Und natürlich schauen wir auch Fussballweltmeisterschaft auf dem Handy. Schön gemütlich am Feuer am Strand, inklusive schwedische Würste über dem Feuer gebraten.
Hopp Schweiz 🇨🇭.
Zum Glück hat Schweden so eine gute Internetabdeckung, so dass wir fast überall Internet haben.
Ein kleines Highlight gab es für Sarina noch in Örnsköldsvik. Dort ist nämlich der Hauptsitz von der schwedischen Outdoormarke Fjällräven. Natürlich haben wir einen kleinen Abstecher dorthin gemacht und Sarina war happy 😊🦊.
Ja und einen Elch 🫎oder ein Rentier haben wir immer noch nicht gesehen, dafür Schlangen und ganz viele Mücken…
Und die ersten Bremsbeläge hat Michael gewechselt, die waren nämlich durch. Sicherheit muss sein.
Nach sechs Tagen erreichten wir schließlich Umeå. Und beschlossen spontan eine Pause einzulegen und uns ein Airbnb zu mieten. So können wir duschen, unsere Wäsche waschen und etwas ausruhen.
Die Strecke von Sundsvall nach Umeå hat uns einmal mehr gezeigt, warum wir diese Reise machen: nicht nur, um Orte zu erreichen, sondern um die Wege dazwischen wirklich zu erleben und um die Natur und die Ruhe zu geniessen.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
14.06.2026 Mit dem Fahrrad durch Schwedens Wälder – unsere Bikepacking-Etappe von Söderbärke nach Sundsvall
Manche Etappen auf einer Bikepacking-Weltreise bleiben besonders im Gedächtnis – nicht nur wegen der Strecke, sondern wegen des Gefühls, das sie hinterlassen. Unsere Fahrt von Söderbärke nach Sundsvall war genau so eine.
Auf dem Papier klang die Tour schon anspruchsvoll: rund 500 Kilometer und insgesamt etwa 3410 Höhenmeter. Und ja – sie hatte es wirklich in sich. Lange Anstiege, stetiges Auf und Ab und Tage, an denen die Beine schwer wurden. Aber genau das gehört dazu. Genau das macht solche Erlebnisse später so wertvoll.
Was diese Etappe besonders gemacht hat, war die Landschaft. Kilometerlang fuhren wir durch dichte, scheinbar endlose Wälder. Immer wieder öffneten sich kleine Lichtungen, und plötzlich lag ein See vor uns. Ab und zu kleine Dörfer mit einigen Häusern. Die Distanzen hier in Schweden sind enorm. Einmal hatten wir erst nach 100 km die nächste Einkaufsmöglichkeit.
Auch unsere Übernachtungen haben perfekt zu dieser Etappe gepasst. Meistens schlugen wir unser Zelt direkt an einem der vielen Seen auf – mit Blick aufs Wasser, umgeben von nichts als Natur. Einmal hatten wir das Glück, eine kleine Hütte mitten im Wald zu finden, in der wir übernachten konnten – ein einfacher, aber unglaublich gemütlicher Rückzugsort nach einem langen Tag im Sattel.
Auch das Wetter hat uns größtenteils in die Karten gespielt. Angenehm warm, oft genau richtig zum Fahren. Nur einmal wurden wir nachts im Zelt von Regen begleitet.
Und dann gab es noch diesen einen Moment: ein heftiges Gewitter mit Hagel mitten am Tag. Zum Glück saßen wir genau da in einer Pizzeria im Trockenen und konnten das Spektakel sicher beobachten. Der Besitzer der Pizzeria erzählte uns, dass Hagel in Schweden ein bis zweimal im Jahr vorkommt. Ja und zwei Stunden später hat wieder die Sonne geschienen.
Ein großer Vorteil: der Verkehr. Oder besser gesagt – das Fehlen davon. Viele Abschnitte waren ruhig, sodass wir oft stundenlang unterwegs waren, ohne vielen Autos zu begegnen. Stattdessen hörten wir Wind in den Bäumen, das Rollen unserer Reifen auf dem Untergrund und gelegentlich das Rufen von Vögeln.
Aufgrund der schlechten Wettervorhersage für Sonntag und weil wir merkten, wie gut uns eine Pause tun würde, entschieden wir uns spontan, in Sundsvall eine Unterkunft zu nehmen – eine kleine Auszeit, um neue Energie für die nächsten Etappen zu sammeln.
Diese Etappe hat uns einmal mehr gezeigt, warum wir unterwegs sind: nicht nur, um Orte zu sehen, sondern um sie wirklich zu erleben – langsam, intensiv und aus eigener Kraft.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
06.06.2026 Von Jönköping nach Söderbärke – 7 Tage, Panne, ein Sturz, ein bisschen Regen und warum wir trotzdem weiterfahren
Diese Etappe hatte eigentlich alles, was man sich für einen perfekten Bikepacking-Trip nicht wünscht – und genau deshalb war sie irgendwie ziemlich gut. Sieben Tage von Jönköping nach Söderbärke, irgendwo mittendrin auf unserer Weltreise.
Wir starteten in Jönköping relativ frisch und motiviert.
Dann direkt am ersten Tag kam schon der erste kleine Dämpfer: Sarina stürzte auf einer Gravelpassage. Nichts Dramatisches, aber genau so ein Moment, in dem alles kurz stillsteht. Einmal durchatmen, checken ob alles okay ist, Schürfungen verbinden und dann wieder aufs Rad steigen. Früher als gedacht waren wir also direkt im „Abenteuer-Modus“.
Die nächsten Tage fahren sich gut: einsame Straßen, unzählige Seen und diese typisch schwedische Ruhe. Genau das lieben wir hier so sehr. Diese Landschaft hat etwas unglaublich Beruhigendes – Wälder, Wasser, kaum Verkehr. Immer wieder haben wir gemerkt, wie sehr wir diese Ruhe genießen.
Auch unsere Nächte haben perfekt dazu gepasst: Die meisten Abende haben wir in kleinen Shelters verbracht, mitten in der Natur, oft direkt am Wasser. Zwei Mal haben wir uns den „Luxus“ eines Campingplatzes gegönnt – Dusche, etwas Komfort und kurz das Gefühl von Zivilisation, bevor es wieder raus ging.
Mit jedem Tag kamen mehr Höhenmeter dazu – dieses ständige Auf und Ab, das auf der Karte harmlos aussieht, sich aber mit Gepäck ganz anders anfühlt. Nichts extrem Steiles, aber anstrengend genug.
Irgendwann mitten auf der Strecke dann: Speichenbruch.
Natürlich nicht irgendwo, sondern im Nirgendwo. Aber genau für solche Momente haben wir vorgesorgt: Werkzeug raus, Ersatzspeiche rein – und tatsächlich konnte Michael das Problem direkt richtig beheben. Kein Improvisieren, sondern eine saubere Reparatur am Straßenrand. Einer dieser Momente, in denen man ziemlich froh ist, vorbereitet zu sein.
Richtig interessant wurde es dann in den letzten drei Tagen.
Der Regen kam nicht dauerhaft, aber immer wieder – genau so oft, dass man nie so richtig trocken wurde. Parallel dazu hat sich auch noch eine Erkältung eingeschlichen.
Trotz allem gab es sie immer wieder – diese richtig guten Momente: ein stiller See am Wegesrand, Nebel zwischen den Bäumen, Straßen, auf denen uns ewig kein Auto begegnet ist. Diese Ruhe ist schwer zu beschreiben, aber genau sie macht Schweden für uns so besonders.
Die letzten Kilometer nach Söderbärke waren dann vor allem eins: zäh. Leicht angeschlagen, immer wieder nass, müde.
Und dann saßen wir plötzlich in Söderbärke – im Nieselregen, leicht durchnässt, vor einem kleinen Supermarkt. Michael scrollte auf dem Handy und suchte nach einer Schlafmöglichkeit für die Nacht. Eigentlich wollten wir einfach irgendwo unterkommen – wie die Tage davor auch. Doch dann: eine Unterkunft auf Airbnb. Kurz angeschaut und dann ziemlich schnell entschieden: Wir bleiben.
So spontan wie wir eben sind.
Drei Nächte Pause. Durchatmen.
Erholen. Gesund werden.
Manchmal geht es auf einer solchen Reise eben nicht nur ums Weiterfahren, sondern auch darum zu wissen, wann man anhält und vor allem auf den Körper zu hören.
Die spontanen Entscheidungen sind sowieso immer die besten.
Und während wir so pausieren und die Beine hochlegen, lohnt sich auch mal ein Blick auf das, was wir bisher gemeinsam geschafft haben: 3’419 km liegen hinter uns – bei einem Schnitt von rund 58 km pro Fahrtag. Die Höhenmeter? 12’600 – verteilt auf 60 Fahrtage, denn zehn davon haben wir bewusst als Ruhetage eingelegt. Genau wie diesen hier in Söderbärke.
Drei Pannen haben wir dabei weggesteckt – ein Speichenbruch und zwei Mal ein flacher Reifen. Jedes Mal weitergefahren
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
29.05.2026 Mit dem Rad von Kopenhagen nach Jönköping – unsere nächste Etappe auf unserer Tour
Der Morgen in Kopenhagen begann ruhig. Wir packten unserer Gepäck auf die Räder und fuhren los einmal quer durch Kopenhagen. Die Straßen waren schon gut voll. Die Luft war frisch, ein leichter Wind zog vom Wasser herüber.
Let‘s go. Unsere Reise geht weiter. Schweden wir kommen.
Schon nach den ersten Kilometern ließen wir die Stadt hinter uns und tauchten ein in die weiten Landschaften Dänemarks. Endlose Felder, kleine Dörfer und diese typisch skandinavische Gelassenheit begleiteten uns auf unserem Weg. Und auch unser guter „Freund“ der Wind war wieder hier. Mal von vorne mal von der Seite.
Die Überfahrt nach Schweden fühlte sich fast wie ein kleiner Meilenstein an. Schweden ist Land Nummer 7 auf unserer Reise. Ein neues Land, neue Eindrücke – und gleichzeitig dieses vertraute Gefühl von Freiheit, das uns schon seit Beginn der Reise begleitet. Kaum angekommen, änderte sich die Landschaft spürbar: dichter werdende Wälder, mehr Hügel, wilder wirkende Natur.
Schweden begrüßte uns mit langen, ruhigen Straßen und einer beeindruckenden Weite. Immer wieder hielten wir kurz an, einfach um die Stille zu genießen. Kein Verkehr, kein Lärm – nur Wind, Natur und wir. Oft fuhren wir kilometerweit auf schnurgeraden Straßen, ohne einem einzigen Auto oder Menschen zu begegnen. Überall begegneten uns zudem unzählige Seen, die immer wieder für wunderschöne Ausblicke sorgten.
Dabei wurde uns auch schnell bewusst, wie wichtig es ist, unsere Tagesrouten gut zu planen und immer ausreichend Essen und Wasser für mindestens 24 Stunden dabeizuhaben, da wir oft durch so abgelegene Gegenden fahren, in denen es keine Möglichkeiten gibt, etwas zu kaufen.
In Schweden haben wir außerdem oft in sogenannten Sheltern übernachtet – einfache, offene Unterstände mitten in der Natur, oft an einem See, die unsere Nächte noch einmal besonderer gemacht haben.
In Linköping legten wir eine Pause auf einem Rastplatz ein und genossen unseren Zmittag. Neben uns hielten zwei Bikepacker an, und schnell merkten wir, dass sie ebenfalls Schweizerdeutsch sprachen. Stella und Yannick aus Basel – auch sie waren auf dem Weg ans Nordkap. Wir kamen sofort ins Gespräch, assen gemeinsam, tauschten Geschichten und Tipps aus und beschlossen schließlich, noch ein Stück gemeinsam weiterzufahren.
Die Strecke nach Jönköping hatte es dann aber auch in sich. Die Anstiege wurden länger, die Beine schwerer. Doch genau diese Momente sind es, die eine solche Tour ausmachen. Wenn jeder Tritt Überwindung kostet und man trotzdem weiterfährt, entsteht dieses besondere Gefühl von Stolz und Zufriedenheit.
Als wir schließlich Jönköping erreichten und den Blick über den Vättern schweifen ließen, war alle Anstrengung sofort vergessen. Die untergehende Sonne tauchte die Landschaft in warmes Licht – ein perfekter Abschluss für diesen Tag.
Und in Jönköping trafen wir per Zufall Yannick und Stella wieder.
Hier machen wir jetzt in einem Airbnb 2 Tage Pause und erholen uns.
Diese Etappe hat uns einmal mehr gezeigt, warum wir unterwegs sind: für die Freiheit, die Einfachheit und die kleinen, intensiven Momente, die man nur auf zwei Rädern erlebt.
Und trotzdem wissen wir:
Das hier war nur eine Etappe. Die Reise geht weiter.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
21.05.2026: Von Bremen nach Kopenhagen
Manche Etappen bleiben einfach hängen – nicht, weil sie besonders hart waren, sondern weil sie sich wie ein echtes Kapitel anfühlen. Unsere Strecke von Bremen nach Kopenhagen war genau so eine.
Wir sind früh morgens in Bremen gestartet, mit diesem leichten Kribbeln im Bauch: neue Strecke, neues Land, neue Eindrücke. Die ersten Kilometer führten uns durch vertraute norddeutsche Landschaften – flach, weit, ruhig. Der Wind war, wie so oft, unser ständiger Begleiter.
Richtung Ostsee – Kilometer sammeln, Kopf frei bekommen
Je weiter wir Richtung Küste kamen, desto mehr veränderte sich die Stimmung. Die Luft wurde salziger, die Landschaft offener. Kleine Dörfer, Felder und immer wieder lange, gerade Straßen – perfekt, um einfach in den Rhythmus zu kommen.
Und gleichzeitig wuchs die Vorfreude auf das, was vor uns lag: Dänemark – das sechstes Land auf unserer Reise. Ein weiterer Meilenstein. Wir hatten schon so viel darüber gehört – vor allem über die Möglichkeiten, dort einfach und naturnah zu übernachten, genau deshalb waren wir besonders gespannt auf die Shelterplätze und darauf, wie sich das Übernachten dort anfühlen würde.
Grube – Ein Abend, der bleibt
In Grube, bereits an der Ostsee, haben wir spontan einen kleinen Campingplatz gefunden – „Meeresbriese“. Genau so ein Ort, wie man ihn sich auf einer langen Reise wünscht: ruhig, unkompliziert und nah am Wasser.
Dort haben wir uns nicht nur ausgeruht, sondern auch richtig nette Gespräche geführt – mit den Besitzern Helge und Kerstin. Wir haben über unsere Reise gesprochen, übers Unterwegssein und darüber, was einen antreibt, immer weiterzufahren. Genau solche Begegnungen sind es, die diese Art des Reisens für uns so besonders machen.
Puttgarden – Tor nach Dänemark
In Puttgarden angekommen, war sofort klar: Jetzt beginnt der nächste Abschnitt der Reise. Häfen haben immer etwas Besonderes – dieses Gefühl von Aufbruch.
Die Fähre nach Dänemark war für uns mehr als nur ein Transportmittel. Sie war ein echtes Highlight, denn wir sind beide zum ersten Mal überhaupt Fähre gefahren. Mit den Rädern an Bord zu rollen und dann langsam das Festland hinter sich zu lassen – das war ein Moment, den wir so schnell nicht vergessen werden. Einfach an Deck zu stehen und aufs weite Meer zu schauen, schon sehr beeindruckend.
Dänemark – neue Wege, neuer Flow
Kaum in Dänemark angekommen, mussten wir uns kurz orientieren, ein Foto von uns und dem Grenzschild machen und dann ging es direkt weiter.
Die Landschaft blieb zwar ähnlich flach, aber irgendwie doch anders, offener, weiter, ruhiger.
Und irgendwo zwischen den Kilometern war da immer wieder dieser Gedanke: Bald testen wir die ersten Shelterplätze. Einfach draußen, minimalistisch, näher an der Natur – genau das, worauf wir uns so sehr gefreut haben. Und schon am ersten Abend haben wir auch ein Shelter gefunden und dort herrlich geschlafen. Und am nächsten Morgen ging’s weiter Richtung Norden, mal flach, mal hügelig, mal ein Stück der Küste entlang….
Und dann einige Tage später die letzten Kilometer Richtung Kopenhagen. Man spürt, dass man sich einer großen Stadt nähert – mehr Verkehr, mehr Menschen, aber gleichzeitig auch immer bessere Radwege.
Ankommen in Kopenhagen
Und dann war er da, der Moment: Kopenhagen, nach all den Kilometern, die wir bis jetzt gefahren sind, ein schönes Gefühl.
Kopenhagen ist nicht nur eine Stadt – es ist ein Paradies für Radfahrer.
Hier ruhen wir uns jetzt etwas aus, erledigen einige Sachen und schauen uns natürlich auch die Stadt an.
Von Bremen nach Kopenhagen – das war nicht nur eine Verbindung auf der Karte, sondern ein echtes Erlebnis auf zwei Rädern.
Und trotzdem wissen wir:
Das hier war nur eine Etappe. Die Reise geht weiter.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
11.05.2026 Von Amsterdam nach Bremen – eine Etappe voller Begegnungen und unerwarteter Gastfreundschaft.
Unsere Bikepacking-Weltreise führt uns immer weiter – und eine der letzten Etappen hatte es landschaftlich und menschlich besonders in sich. Von Amsterdam aus ging es für uns über Zwolle, über die Grenze nach Deutschland bis nach Bremen. Eine Strecke voller Ruhe, Weite – und Begegnungen, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Von Amsterdam nach Zwolle:
Die Niederlande sind und bleiben ein echtes Paradies für Radfahrer. Perfekt ausgebaute Radwege, flaches Terrain und eine entspannte Atmosphäre haben uns den Weg Richtung Zwolle leicht gemacht. Wir konnten einfach rollen lassen, den Kopf ausschalten und die typischen Landschaften genießen: Wasserkanäle, weite Felder und kleine, charmante Orte entlang der Strecke.
Ein leiser Grenzübertritt:
Hinter Zwolle wurde es dann fast unscheinbar – und genau das machte den Moment besonders. Ohne große Ankündigung überquerten wir die Grenze nach Deutschland. Kein Kontrollpunkt, kein großes Schild – nur das Gefühl, wieder ein Stück weiter auf unserer Reise gekommen zu sein. Für uns aber doch besonders, denn Deutschland ist Land Nummer 5 auf unserer Reise.
Durch Niedersachsen ins Emsland:
In Niedersachsen, genauer gesagt im Landkreis Emsland, änderte sich die Stimmung langsam. Die Landschaft blieb weit, aber wurde etwas ursprünglicher. Lange, gerade Straßen, viel Natur und nur wenige Menschen begleiteten uns. Genau diese Ruhe macht solche Etappen besonders – man findet seinen Rhythmus, tritt einfach weiter und lässt die Gedanken ziehen.
Ein Abend, den wir nicht vergessen werden:
Eines Abends saßen wir irgendwo im Wald, tranken Kaffee und überlegten, wo wir die Nacht verbringen könnten. Es war einer dieser typischen Momente auf Reise – ein bisschen planlos, aber genau deshalb so besonders.
Plötzlich fuhr ein Auto auf uns zu und hielt an. Ein Mann stieg aus – mit einem kleinen Hundebaby an seiner Seite. Wir kamen ins Gespräch und erfuhren, dass er Jäger und Pächter dieses Waldstücks war.
Anstatt uns wegzuschicken, machte er uns einen Vorschlag: Ein kleines Stück weiter gäbe es den Silbersee – ein idyllischer Platz. Dort könnten wir problemlos zelten, und sogar ein Feuer machen sei in Ordnung.
Wir folgten seinem Tipp – und fanden tatsächlich einen wunderschönen Ort mitten in der Natur. Der Abend am Feuer, die Ruhe des Waldes und das Gefühl von Freiheit machten diese Nacht zu etwas ganz Besonderem.
Ein Morgen voller Gastfreundschaft:
Am nächsten Morgen – es war Samstag – kam er tatsächlich wieder vorbei. Wieder mit seinem kleinen Hund. Und diesmal hatte er eine Einladung für uns: Frühstück bei ihm zu Hause.
Wir mussten nicht lange überlegen.
Kurz darauf saßen wir bei der Familie Sandmann am Tisch und genossen ein herrliches Frühstück. Für uns war das weit mehr als nur eine Mahlzeit – es war echte, unerwartete Gastfreundschaft, wie man sie sich auf Reisen nur wünschen kann. Nochmals herzlichen Dank an Familie Sandmann.
Ankunft in Bremen:
Mit Bremen erreichten wir schließlich unsere nächste größere Station. Nach den ruhigen Kilometern und diesen besonderen Begegnungen wirkte die Stadt fast wie ein Kontrastpunkt: lebendig, vielfältig und voller neuer Eindrücke.
In Bremen bleiben wir jetzt für einige Tage, schauen uns die Stadt an, erledigen einige Dinge, ruhen uns aus und waschen unsere Kleider.
Diese Etappe hat uns einmal mehr gezeigt, worum es auf unserer Reise wirklich geht: nicht nur um die Kilometer, sondern um die Menschen, die man unterwegs trifft. Die Offenheit, die Gespräche und Momente wie dieser im Wald machen diese Reise unvergesslich.
Ihr wollt wissen, wohin es als Nächstes geht? Bleibt dran – wir nehmen euch weiter mit auf unsere Reise!
11.05.2026 Michael und Sarina 🚴♀️🚴♂️.
03.05.2026 Von Paris bis in die Niederlande- unsere Reise geht weiter
Alles begann zwischen dem Trubel der Pariser Straßen, dem Duft von frischen Croissants und dem Gefühl, dass die Stadt zwar wunderschön ist – aber wir raus wollten. Raus ins Weite, raus Richtung Wildnis, Richtung Meer.
Von Großstadt zu Weite – der Weg zur Küste
Kaum hatten wir Paris hinter uns gelassen, veränderte sich die Landschaft schlagartig. Der Verkehr wurde ruhiger, die Straßen schmaler und die Luft frischer. Felder zogen an uns vorbei und wir fuhren durch kleine Dörfer.
Das Ziel: die französische Küste.
Und irgendwann war er da – dieser Moment, wenn man ihn zum ersten Mal riecht: der salzige Wind. Kurz darauf sahen wir das Meer.
In Dunkerque angekommen, fühlte sich plötzlich alles anders an. Weit, offen, rau. Der Strand schien endlos und der Wind wurde zu unserem ständigen Begleiter – manchmal Freund, manchmal Gegner.
Belgien – Gegenwind, der alles verändert
Von Frankreich ging es weiter nach Belgien. Der Grenzübertritt? Unspektakulär, keine Kontrolle. Ein kleines Landesschild, aber für uns ein großer Moment – Land Nummer 3 unserer Reise.
Doch Belgien hatte direkt eine Herausforderung für uns parat: den Wind.
Entlang der Küste wurde der Gegenwind so stark, dass an normales Fahren kaum noch zu denken war. Jeder Meter fühlte sich an wie ein kleiner Kampf, jeder Tritt in die Pedale wurde schwerer. Irgendwann mussten wir uns eingestehen: So kommen wir hier nicht weiter.
Also änderten wir unseren Plan.
Wir verließen die Küste und fuhren ins Landesinnere – und plötzlich wurde es ruhiger. Der Wind war immer noch da, aber er verlor etwas seine Härte. Die Landschaft veränderte sich, wurde geschützter, grüner, fast sanfter.
Und dann Land Nummer 4: Niederlande – das Paradies für Radfahrer
Man merkt sofort, dass hier alles auf Fahrräder ausgelegt ist. Perfekte Radwege, klare Beschilderung und eine Infrastruktur, die einem das Gefühl gibt: Genau hier gehört man mit dem Rad hin.
Der Wind blieb – aber wir hatten gelernt, damit umzugehen.
Die Landschaft wurde weiter, flacher, kleine Dörfer mit schönen Häusern, grüne Wiesen und der Himmel, der irgendwie größer wirkt als anderswo.
Was uns aber fast genauso beeindruckt hat wie die Radwege, waren die Menschen. Die Niederländer begegneten uns offen, freundlich und hilfsbereit – egal ob beim kurzen Gespräch am Wegesrand, im Café oder wenn wir Fragen hatte. Man fühlt sich einfach willkommen.
Was Bikepacking so besonders macht
Es ist nicht nur die Strecke. Nicht nur die Länder.
Es sind die kleinen Dinge:
der erste Kaffee am Morgen irgendwo im Nirgendwo
Gegenwind, der zur echten Herausforderung wird
spontane Planänderungen, die alles besser machen
Gespräche unterwegs
das Gefühl von Freiheit, jeden Tag neu
Fazit – oder eher: ein Zwischenstand
Von Paris über Dunkerque durch Belgien bis in die Niederlande – diese Etappe hat uns gezeigt, wie viel passieren kann, wenn man einfach losfährt.
Langsam. Offen. Und manchmal gegen den Wind.
Unsere Tour geht weiter. Neue Straßen, neue Herausforderungen, neue Geschichten warten schon hinter der nächsten Kurve 🚴♀️🚴♂️.
18.04.2026 Paris – Grossstadt-Pause auf dem Weg in die Welt
Nach Hunderten von Kilometern auf dem Sattel war es ein eigenartiges Gefühl, die Räder für ein paar Tage stehen zu lassen und einfach zu laufen. Paris empfing uns laut, gross und unbekümmert – eine Stadt, die sich um niemanden schert, aber trotzdem irgendwie jeden in ihren Bann zieht.
Drei Tage hatten wir Zeit, um ein bisschen in dieses Pariser Leben einzutauchen. Unser Airbnb war unsere kleine Ruheoase inmitten des Trubels – und die Metro unsere momentane Fortbewegungsart.
Den Eiffelturm haben wir natürlich besucht – wer kann schon daran vorbeigehen? Aufgefallen ist uns vor allem das enorme Polizeiaufgebot rund um das Wahrzeichen. Eine dezente Erinnerung daran, dass Grossstädte ihre eigene Realität haben, die weit entfernt ist von den stillen Landstrassen, auf denen wir sonst unterwegs sind. Der Turm selbst? Beeindruckend!
Weiter ging es zum Arc de Triomphe und hinauf nach Montmartre zur Sacré-Cœur. Montmartre hat uns etwas zwiegespalten zurückgelassen: Die Gassen, die Aussicht, die Atmosphäre – wunderschön. Die Menschenmassen – nun ja, auch das ist Paris. Man kämpft sich durch und lächelt.
Nach drei Tagen Grossstadt haben wir unsere Räder wieder vermisst. Die Freiheit, selbst zu bestimmen, wo man hält, wo man hinschaut, wo man bleibt. Paris war schön. Aber die Strasse ruft, unsere Reise geht weiter und wir freuen uns auf die Ruhe und die Geräusche der Natur.
🚴♂️🚴♀️ Michael & Sarina
18.04.2026 Von Dijon nach Paris
Am 9.4.2026 sind wir in Dijon losgefahren.
Weiter geht unsere Reise mit dem Fahrrad durch Frankreich. Wir fahren weiterhin dem Canal de bourgogne entlang, durch unzählige Schleusen an grünen Wiesen vorbei. Manchmal kommt ein kleines Dorf oder ein imposantes Schloss wie z. B. das Câteauneuf in Bouhey.
Das Wetter spielt insgesamt sehr gut mit, wir haben Sonnenschein und angenehme Temperaturen und kein Regen.
In Chassignelles machen wir Mittagspause an einem Rastplatz, dort entdecken wir einen riesigen unterirdischen Brunnen, solche kleine spezielle Sachen entdeckt man nur beim Bikepacking.
Wir sind an an einem neuen kleinen Dorf vorbeigekommen, Joigny. Hier hat’s richtig schöne historische Häuser und eine schöne Uferpromenade, wo wir gleich eine kleine Pause machen.
Wir haben jetzt unseren Canal de bourgogne, dem wir kilometerweit gefolgt sind, verlassen und folgen jetzt dem Fluss Yonne, welcher später in die Seine fliesst.
Wir kommen zu der Stadt Sens, welche 100 km südöstlich von Paris liegt. Hier sehen wir uns die imposante Kathedrale des Erzbistums von Sens, welche im 13. Jahrhundert erbaut wurde, an.
Und weiter geht’s dem Fluss entlang, die Gegend ist ruhig und wir begegnen nur wenigen Leuten.
Jetzt folgen wir der Seine, das heisst Paris ist nicht mehr weit. Und wir haben unseren ersten platten Reifen, Michael hat das aber souverän repariert und in dieser Zeit konnten wir gleich unser Zelt trocknen.
Ja, und dann an Tag 20 unserer Worldbikepackingtour sind wir in Paris angekommen. Hier haben wir für 3 Nächte ein Airbnb gemietet, machen Pause, waschen unsere Wäsche und erkunden Paris.
🚴♂️🚴♀️ Michael & Sarina
9.4.26 Burgund per Rad – Fünf Tage am Kanal, Kühe und ein «Bonjour»
Dijon, Ruhetag – irgendwo zwischen Wäscheleine und Stadtbummel
Von Basel aus rollten wir in eine andere Welt. Mulhouse, Besançon, Dole, Dijon – fünf gemütliche Tage durch das Herz Burgunds, hauptsächlich entlang des wunderschönen Canal du Doubs. Flaches Wasser, alte Schleusenhäuser, Pappelalleen und ein Radweg, der sich anfühlt, als wäre er extra für uns gebaut worden.
Das Wetter spielte perfekt mit. Sonne, milde Temperaturen, weite Landschaften – wir hätten uns keinen besseren Einstieg in Frankreich vorstellen können.
Bonjour, Bonjour, Bonjour!
Was uns sofort aufgefallen ist: Die Franzosen hier grüssen. Jeden. Immer. Ob Radfahrer, Spaziergänger oder zufällige Passanten am Wegesrand – ein herzliches «Bonjour» war garantiert. Das tut gut. Man fühlt sich nicht wie ein Tourist, sondern wie jemand, der einfach dazugehört.
Ungebetene Morgengäste – mit Fell
Eine unserer Übernachtungen hatte einen besonderen Nebeneffekt. Wir wussten beim Einrichten des Lagers, dass auf der angrenzenden Weide Kühe standen – aber sie waren weit weg, in einer ganz anderen Ecke. Kein Problem, dachten wir. Und lagen damit nur halb richtig. Am nächsten Morgen standen sie plötzlich da. Direkt am Zaun. Neugierig, gross, und offensichtlich der Meinung, dass wir zu ihrem Morgenritual gehören. Wir waren nicht erschrocken – aber wir mussten doch schmunzeln. Bessere Wecker gibt es kaum.
Dijon – Ruhetag mit Programm
In Dijon gönnten wir uns einen Ruhetag. Nicht ganz freiwillig – wir mussten dringend neues Datenvolumen organisieren, denn ohne Konnektivität läuft im modernen Bikepacking dann doch nicht alles so rund. Aber so wurden aus einer praktischen Notwendigkeit ein entspannter Stadtbummel durch eine der schönsten Altstädte Frankreichs. Und unsere Wäsche? Die haben wir ganz oldschool von Hand gewaschen und auf dem Campingplatz du Lac Kir zum Trocknen aufgehängt. So wie früher. Es funktioniert noch immer.
Morgen geht es weiter. Wohin genau – das werden wir euch wissen lassen. 🚴♂️🚴♀️
Michael & Sarina
1. April 2026 – Vier Tage unterwegs.
Es ist Tag vier unserer Reise. Wir sitzen bei unseren Kindern in Basel, die Waschmaschine läuft, die Beine ruhen – und wir schauen zurück auf eine Woche, die sich anfühlt wie ein ganzer Monat.
Das Ende vom Anfang
Vom 23. bis 28. März haben wir unser Leben in vier Kisten verpackt. Was nicht hineinpasste, wurde entsorgt – insgesamt rund 1000 Kilogramm Sperrmüll. Tausend Kilo. Wenn man das so schreibt, klingt es absurd. Aber irgendwie auch befreiend. Jedes Möbelstück, jede alte Schachtel, jeder unnötige Gegenstand, der weg durfte – es wurde leichter. Nicht nur das Gepäck. Auch wir.
Am letzten Samstag haben wir die sauber geputzte Wohnung unserem Vermieter übergeben. Ein Handschlag, eine Tür, die sich schliesst. Fertig.
Bevor wir losfuhren, machten wir noch einen letzten Halt beim Velo Center Imholz in Chur – unserer Werkstatt, der wir von Herzen danken möchten. Für die super Arbeit an unseren Rädern und für das gesponserte Licht, das bereits seinen ersten Einsatz hatte und perfekt funktioniert. Sehr empfehlenswert – wer in der Region ein verlässliches Velofachgeschäft sucht, ist dort in den besten Händen.
Um 12:00 Uhr mittags sind wir losgefahren. Mit vollbepackten Rädern, vielen Umarmungen und dem Gefühl, dass dieser Moment seit Jahrzehnten auf uns gewartet hat.
Vier Etappen – vier Geschichten
Der erste Tag führte uns bis an den Walensee. Kalt, nass, ungemütlich – aber wir fanden einen geschützten Schlafplatz, der uns trocken durch die Nacht brachte. Willkommen im Bikepacking-Alltag.
Tag zwei: Entlang des Walensees bis nach Schänis. Weiter wollten wir nicht, denn an der Zürcher Goldküste einen wilden Schlafplatz zu finden – das wussten wir – ist so gut wie unmöglich. Also blieben wir, wo es schön war.
Tag drei: Mitten durch Zürich, durch die Stadt, den Trubel, das Leben – und hinaus nach Unterengstringen, wo uns ein ruhiger Waldplatz für die Nacht empfing.
Tag vier: Die Etappe über den Bözberg nach Basel. Schnee, Regen, Sonne – alles an einem Tag. Genau so, wie es sein soll.
Pause. Durchatmen. Weiter.
Jetzt sind wir hier. Wäsche läuft, Körper erholen sich, Herzen sind voll. Unsere Kinder zu sehen tut gut – auch wenn wir wissen, dass es nur eine kurze Rast ist.
Wohin es als nächstes geht? Das werden wir euch wissen lassen. Die Richtung stimmt. Der Rest ergibt sich.
Michael & Sarina 🚴♂️🚴♀️
18. März 2026 – Zehn Tage noch. Und es wird real
Gestern war ein besonderer Tag – und das auf mehrere Arten.
Sarina hat nach elf Jahren ihren letzten Arbeitstag hinter sich. Elf Jahre Pflege, Hingabe, Menschlichkeit. Ein Abschnitt, der sie tief geprägt hat – und der nun offiziell zu Ende ist. Es war kein einfacher Abschied. Aber es war der richtige. Wenn wir ehrlich sind, steckt da noch viel drin: Dankbarkeit, Wehmut, und gleichzeitig dieses kribbelnde Gefühl, dass nun wirklich alles in Bewegung geraten ist.
Der Keller ist leer.
Wer das noch vor ein paar Wochen gesagt hätte – wir hätten es kaum geglaubt. Aber heute stehen wir davor und sehen: nichts mehr. Nur noch vier Wände. Was einmal unser Lager war, ist jetzt einfach ein leerer Raum. Seltsam befreiend.
Auch bürokratisch haben wir heute einen grossen Schritt gemacht: Wir haben uns bei der Gemeinde und der Krankenversicherung abgemeldet. Ab dem 28. März haben wir keinen Wohnsitz mehr in der Schweiz, sind nicht mehr steuerpflichtig. Auf dem Papier existieren wir dann irgendwie zwischen den Welten – und genau das fühlt sich richtig an.
An den Fahrrädern läuft die Vorbereitung weiter. Da wir Trekkingbikes fahren, lassen wir noch die Gepäckträger mit dem Rahmen verstärken – damit die Last der nächsten Monate auch wirklich sicher sitzt. Parallel dazu haben wir in der Wohnung die ersten Reinigungsarbeiten vorgezogen. Schritt für Schritt nähert sich auch das dem Ende.
Was die Route betrifft, sind wir noch nicht zu hundert Prozent festgelegt. Die Lage im Nahen Osten gibt uns zu denken. Wir beobachten, wir planen, wir bleiben flexibel. Die Natur entscheidet – aber manchmal entscheidet auch die Weltlage. Das gehört dazu, wenn man wirklich aufbricht.
Am Abend haben wir uns auf die Couch gesetzt und uns in die dokumentierte Reise von Rausgefahren auf YouTube vertieft – seit Wochen das erste Mal wieder. Und plötzlich sassen wir da, beide still, beide mit diesem Lächeln. Bald sind wir es, die irgendwo da draussen fahren.
Zehn Tage noch.


Countdown zum Abenteuer: Nur noch 30 Tage bis zum Start!
26. Februar 2026
Der Countdown läuft unerbittlich. Während ich diesen Text schreibe, ist es der
26. Februar. In fast genau einem Monat, am 28. März, beginnt unsere „Fahrradwelt“ – unsere große Reise ins Ungewisse.
Hinter uns liegen Wochen voller Arbeit, Schweiß und auch ein wenig Wehmut. Es ist ein seltsames Gefühl zu sehen, wie sich ein Leben, das man über Jahre aufgebaut hat, langsam in Luft auflöst.
Das Nest wird leer
Unsere Wohnung fühlt sich von Tag zu Tag fremder an. Besonders schwer fiel mir der Abschied von meinen vielen Pflanzen. Sie sind jetzt bei meiner Tochter eingezogen – dort weiß ich sie in guten Händen, aber der Anblick der leeren Fensterbänke ist gewöhnungsbedürftig. Es sieht jetzt einfach... leer aus.
Auch im Keller geht es voran:
Ausräumen: Der Lagerraum ist schon halb leer.
Endspurt: Es stehen nur noch zwei Regale, die bald wegkommen.
Die Garage als Zwischenstation: Alles, was wir nicht mehr brauchen, wandert aktuell in die Garage. In einer Woche kommt der Mietwagen, und dann bringen wir den Rest zur Entsorgung.
Technik & Vorbereitung: Bereit für die Berge
Nicht nur die Wohnung verändert sich, auch unsere Ausrüstung ist fast fertig.
Wir haben unsere E-Bikes verkauft und setzen nun voll auf Muskelkraft.
Unsere Reiseräder haben ein ordentliches Upgrade bekommen:
Neue Tourenfelgen für maximale Stabilität.
Modifizierte Gangschaltung: Gestern haben wir die Schaltung getestet (zwar noch ohne Gepäck, aber das Gefühl war super!). Wir haben jetzt drei extrem tiefe Gänge ideal, um uns samt Ausrüstung die steilsten Berge hochzukurbeln.
Was sonst noch geschah
Die Liste der Erledigungen war lang: Wir haben unsere Impfungen aufgefrischt, letzte Pack-Utensilien besorgt und unzählige Haushaltsgegenstände verkauft oder verschenkt.
Ein kleines Highlight für die Optik gibt es auch: Unsere neuen Sticker von Kellersworld.com sind angekommen! Damit markieren wir jetzt offiziell unser Equipment.
Nächster Halt: Wohnungsübergabe am 28. März.
Bis dahin heißt es: Endspurt beim Packen und die letzten Nächte im alten Zuhause genießen.


Noch 78 Tage – Unser Weg in die Freiheit beginnt jetzt
Die Uhr tickt. Noch 78 Tage, bis unsere grosse Reise startet – und langsam wird aus einer Idee Realität. Die letzten Tage waren intensiv, chaotisch, emotional und unglaublich befreiend. Es fühlt sich an, als würden wir Schicht für Schicht alles ablegen, was uns nicht mehr mit auf den Weg gehört.
Wohnung auflösen – ein Kapitel geht zu Ende
Der erste grosse Schritt: die Wohnungsräumung.
Schubladen leeren, Erinnerungen sortieren, Dinge loslassen. Stück für Stück verabschieden wir uns von unserem bisherigen Alltag. Viele Versicherungen sind bereits gekündigt, andere folgen noch. Es ist erstaunlich, wie viel Bürokratie sich ansammelt, wenn man ein Leben „auf Pause“ setzt.
Neue Pässe, neue Freiheit
Heute haben wir unsere neuen Pässe bekommen – ein kleiner Moment, aber ein grosser symbolischer Schritt. Jetzt fühlt es sich offiziell an: Wir sind bereit, die Welt zu entdecken.
Verkaufen, verschenken, loslassen
In den letzten Tagen haben wir viele Dinge verkauft.
Darunter auch unseren Familientisch – ein 2.20 m langer, schwerer, massiver Tisch, der uns jahrelang begleitet hat. Auf Tutti hat er ein neues Zuhause gefunden. Ein seltsames Gefühl, aber auch ein gutes: weniger Ballast, mehr Freiheit.
Bis Ende März lösen wir unsere komplette Wohnung auf. Am Ende bleibt nur das, was wir wirklich brauchen – das, was auf unsere Fahrräder passt. Alles andere verschwindet in vier grossen 90‑Liter‑Kisten, inklusive dem Tisch, den ich während meiner Landwirtschaftsausbildung selbst gezimmert habe. Diese Kisten lagern wir bei unserer Tochter im Keller ein. Ein kleines Stück Zuhause bleibt also bestehen.
Routenplanung – ein Abenteuer schon vor dem Start
Da wir in Chur wohnen, mitten in den Bergen, stellt uns der Start im April vor eine kleine Herausforderung. Die meisten Pässe sind zu dieser Zeit noch geschlossen, und selbst wenn sie offen wären, wäre es wettertechnisch eher mutig, sie zu überqueren.
Darum haben wir zwei mögliche Startvarianten:
• Mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den Süden, falls das Wetter im April noch winterlich bleibt.
• Oder Richtung Bodensee, wenn der Norden früher auftaut.Wir lassen uns überraschen.
Die Natur entscheidet – und wir folgen.
13.01.2026
Bikepacking Tour August 2025 – Von Graubünden bis an die Adria
Im August 2025 haben wir – ich, Michael, und meine Frau Sarina – unsere grosse Vorbereitungstour für die kommende Fahrradweltreise gestartet. Vier Wochen waren wir unterwegs, davon drei Wochen effektiv im Sattel. Eine Reise, die uns nicht nur körperlich gefordert, sondern auch als Team gestärkt hat.
Der Startpunkt lag in der Hauptstadt unseres Heimatkantons Graubünden. Von dort führte uns die Route über die Alpen Richtung Bellinzona, hinein in die warmen Täler des Tessins. Weiter ging es entlang des Lago Maggiore, wo sich mediterranes Licht, Wasser und Berge zu einer einzigartigen Kulisse verbinden.
Hinter der italienischen Grenze rollten wir durch die Lombardei bis nach Milano, bevor wir die Ebene querten und uns auf den Weg zur Adriaküste machten. Unser Ziel auf der anderen Seite Italiens: Ravenna, eine Stadt voller Geschichte, Mosaike und Meeresluft.
Ab dort folgten wir der Küste südwärts – lange, flache Etappen, Pinienwälder, Lagunenlandschaften und das stetige Rauschen der Adria begleiteten uns. Der letzte Abschnitt führte uns bis Lesina Marina, einem ruhigen Küstenort, der den perfekten Abschluss dieser Vorbereitungstour bildete.
Diese Reise war mehr als nur Training. Sie war ein Test für unsere Ausrüstung, unsere Routinen und unser Zusammenspiel als Team. Und sie hat uns gezeigt, dass wir bereit sind für das, was vor uns liegt: unsere grosse Fahrradweltreise.
Bikepacking-Tour vom 17. bis 21. Juli – Fünf Tage Freiheit auf zwei Rädern
Unsere fünftägige Bikepacking-Tour Mitte Juli führte uns einmal mehr vor Augen, warum wir dieses Leben auf zwei Rädern so lieben: die Einfachheit, die Nähe zur Natur, das Unvorhersehbare und die kleinen Momente, die sich tief einprägen.
Tag 1 – Von Chur zum Walensee (60 km, 3.5 h)
Wir starteten in Chur und rollten Richtung Walensee. Die Strecke war angenehm, das Wetter perfekt – doch die Schlafplatzsuche wurde zur Herausforderung. In der Region, die wir eigentlich gut kennen, fanden wir keinen geeigneten Spot. Also entschieden wir uns für den Campingplatz. Der Boden war komplett matschig, der Wald aufgeweicht – aber genau solche Situationen gehören zum Bikepacking dazu. Man nimmt, was der Tag einem schenkt.
Tag 2 – Von Walenstadt nach Metzingen (50 km, 3.5 h)
Am zweiten Tag wurden wir belohnt. Die Fahrt war entspannt, und am Abend fanden wir einen genialen Schlafplatz direkt an der Suhr. Ein ruhiger, idyllischer Ort, an dem wir unser Lager aufschlagen konnten. Das Plätschern des Wassers, die Stille der Natur – genau das, was wir suchen, wenn wir unterwegs sind.
Tag 3 – Von Metzingen nach Seengen (56 km, 4 h)
Die dritte Etappe führte uns weiter Richtung Seengen. Die Beine spürten langsam die vergangenen Tage, aber die Freude am Unterwegssein trug uns weiter. Geschlafen haben wir in einem Unterstand im Wald – schlicht, trocken, perfekt.
Tag 4 – Von Seengen nach Oberbipp (65 km, 4.5 h)
Für den vierten Tag war Gewitter angesagt. Also entschieden wir uns erneut für einen Unterstand im Wald. Eine gute Wahl: geschützt, ruhig und mit dem Gefühl, mitten in der Natur zu sein, ohne ihr ausgeliefert zu sein. Die Strecke selbst war abwechslungsreich und fordernd – genau richtig für uns.
Tag 5 – Von Oberbipp nach Solothurn und zurück nach Chur (16 km, 1 h)
Der letzte Tag war kurz, aber schön. Von Oberbipp fuhren wir nach Solothurn, bevor wir mit dem Zug zurück nach Chur reisten. Ein sanfter Abschluss einer intensiven, erfüllenden Tour.
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Diese fünf Tage waren wieder ein Stück gelebte Freiheit. Kein Luxus, kein Plan B, nur wir, unsere Räder und die Natur. Genau so, wie wir es lieben.
Bikepacking-Tour vom 16. bis 25. Mai Von Chur bis an den Gardasee und zurück
Unsere Bikepacking‑Reise im Mai war eine Tour voller Kontraste: Schneegrenze und Sommerwärme, Campingplätze und wilde Zeltplätze, Gewitter und Sonnenschein, Begegnungen mit Menschen und Momenten, die uns noch lange begleiten werden. Eine Reise, die uns daran erinnert hat, warum wir unterwegs sind: um zu leben, zu spüren, zu entdecken.
Tag 1 – Chur → Samedan → Scuol
Da die Pässe noch geschlossen waren und unser ursprünglicher Routenplan nicht aufging, starteten wir flexibel: Mit der RhB fuhren wir über die eindrucksvolle Albulastrecke nach Samedan. Von dort aus ging es endlich auf die Räder – hinein ins Oberengadin und weiter Richtung Scuol.
57 km | 3 h | 280 hm
In Scuol schlugen wir unser erstes Camp auf. Die Schneefallgrenze lag noch bei rund 1200 m – ein eindrücklicher Start. Für mich war es ein besonderer Moment: Ein Jahr meiner Lehre als Landwirt habe ich in Scuol verbracht. Die Strassen, die Höfe, die Landschaft – alles fühlte sich vertraut an, wie ein Wiedersehen mit einem alten Kapitel meines Lebens.
Tag 2 – Scuol → Mals (Südtirol)
56 km | 4.5 h | 720 hm
Der zweite Tag führte uns über die Grenze nach Südtirol. Die Strecke war fordernd, aber wunderschön. In Mals übernachteten wir auf einem Campingplatz und genossen die Ruhe nach einem intensiven Tag.
Tag 3 – Mals → Lana
74 km | 4 h | 100 hm
Die Route führte uns durch das Vinschgau bis nach Lana. Dort fanden wir einen Platz in der Natur, direkt neben einem Bach. Ein einfacher, aber perfekter Übernachtungsort – genau das, was Bikepacking für uns ausmacht.
Tag 4 – Lana → Lavis
78 km | 5 h | 90 hm
Die Temperaturen wurden angenehmer, und wir suchten uns bewusst einen schönen Platz zum Zelten. Wir fanden ihn – ruhig, grün und ideal, um den Tag ausklingen zu lassen.
Tag 5 – Lavis → Nago-Torbole (Gardasee)
58 km | 4 h | 230 hm
Der Gardasee empfing uns mit Wärme und mediterranem Flair. Auf dem Campingplatz gab es sogar gratis Sodawasser – ein kleines Highlight nach einem warmen Tag. Am Abend gönnten wir uns Pizza. Ich und Sarina, unterwegs, zufrieden, am See – ein Moment, der hängen bleibt.
Tag 6 – Nago-Torbole → Potesse (Gardasee)
60 km | 4 h | 760 hm
Wir machten einen Abstecher zur berühmten Ponale‑Strasse – ein absolutes Erlebnis. Am Abend schlugen wir unser Zelt auf einem Campingplatz auf. In der Nacht zog ein kurzes, aber heftiges Gewitter über uns hinweg. Natur pur.
Tag 7 – Potesse → Gussago
50 km | 3.5 h | 310 hm
Der Tag begann regnerisch, eine Stunde Dauerregen inklusive. Unterwegs hatte ich einen Platten, den wir reparieren mussten. Dabei lernten wir einen Unternehmer kennen, der seit über 20 Jahren in Italien lebt – ursprünglich aus der Schweiz. Er organisierte uns ein günstiges Zimmer in einer Pizzeria, in der die ganze Familie mitarbeitete. Wir assen dort Pizza, lachten viel und fühlten uns willkommen. Ein unerwartet schöner Abend.
Tag 8 – Gussago → Robbiate (Lombardei)
82 km | 6 h | 400 hm
Ein langer Tag, der uns durch die Lombardei führte. Wir übernachteten auf einer frisch gemähten Wiese – einfach, ruhig, perfekt.
Tag 9 – Robbiate → Melano (Schweiz)
70 km | 5.5 h | 860 hm
Zurück in der Schweiz schlugen wir unser Zelt auf einem Campingplatz direkt am See auf. Wunderschön, aber entsprechend teuer. Dort traf ich einen deutschen Motorradfahrer, der gerade verschiedene Alpenpässe gefahren war – ein spannender Austausch über zwei völlig unterschiedliche Arten des Reisens.
Tag 10 – Melano → Lugano → Bellinzona → Chur
Am letzten Tag rollten wir gemütlich nach Lugano. Von dort nahmen wir den Zug nach Bellinzona und weiter mit dem Postauto über den San Bernardino zurück nach Chur – rechtzeitig, denn am nächsten Tag rief die Arbeit wieder.
Reels & Eindrücke
Zu jedem Tag gibt es kurze Reels auf unseren Social‑Media‑Kanälen – kleine Fenster in unsere Reise, voller Emotionen, Landschaften und Erlebnisse.


































